Die Plattentechnik

1. Schneiden von Tonplatten:

Will man eine größere Anzahl von Tonplatten gleicher Stärke von einem Tonklumpen abschneiden, so ist dies mit Hilfe von Holzleisten, die seitlich vom Tonblock aufgestapelt werden, möglich.
Nach dem Abschneiden einer Tonplatte wird jeweils auch links und rechts eine Leiste weggenommen. Je nach Bedarf können die Platten danach noch mit dem Nudelholz dünner gewalzt werden.
Die Verarbeitung der Platten selbst wird idealer Weise im lederharten Zustand vollzogen.

Variante 1:

Neben dem Tonblock können links und rechts mehrere gleich starke Holzleisten aufgestapelt werden. Mit der Schneideschnur wird dann eine Tonplatte nach der anderen abgeschnitten.

Variante 2:

Tonplatten verschiedener Stärken können mit dem im Fachhandel erhältlichen "PLATTENSCHNEIDER" von einem Tonblock abgeschnitten werden.

2. Das Aufbauen:
Die fertigen Tonplatten sollen auf einer ebenen Unterlage leicht antrocknen bzw. lederhart werden. Alle Bauteile sollen zum Zeitpunkt des Verarbeitens den gleichen Feuchtigkeitsgrad haben.
Für den Plattenaufbau in der Schule empfiehlt sich, die vorgefertigten Platten vor dem Aufbau auf einer saugfähigen Holz- oder Gipskartonunterlage unter öfterem Wenden antrocknen zu lassen.
Mit Schablonen werden Bodenplatte und Mantelfläche angezeichnet und dann mit der Töpfernadel oder dem Töpfermesser ausgeschnitten. Die rechteckige Mantelfläche wird um eine Pappstütze (Posterrolle) gewickelt. Als Trennschicht dient eine Lage Zeitungspapier. Die Stützrolle muss nach dem Abstellen zum Trocknen entfernt werden (Schwindung). Alle senkrechten Teile müssen stets auf der Bodenplatte montiert werden, um beim Trocknen rissfrei schwinden zu können.
Die Verbindungsstellen müssen mit Schlicker nach sorgfältigem Anritzen bestrichen werden. Bodenwand und Seitenteile sollten zusätzlich -wenn möglich- innen mit einem Tonwürstchen verstrichen werden.
Außen werden die Fugen mit einer Spachtel oder mit einem Modellierhölzchen verstrichen und geglättet. Danach sind die Platten für diverse Dekortechniken bestens geeignet.
Nach der Fertigstellung werden die Objekte an einem zugfreien Ort (in einem Schrank) oder aber zumindest unter einer Plastikfolie abgestellt. Sie sollen langsam trocknen, um Schwindungsrisse zu vermeiden.

Kommentare:
Mit Hilfe einer Schablone werden auf der ausgerollten Tonplatte die Umrisse eingeritzt.
Mit Lineal und Messer werden die Platten ausgeschnitten.
Die entsprechenden Kanten und Flächenteile werden mit Schlicker bestrichen und miteinander verbunden.
Innen wird zwischen Boden und Seitenteilen eine dünne Tonwulst verknetet.
Auch in der senkrechten Innenfuge wird eine dünne Tonwulst zum Zwecke der festeren Verbindung verstrichen.
Nach dem Anschlickern des Mantels kann die Dekorarbeit beginnen: Glätten, Ritzen, Stempeln.

TIPPS :
1. Es sollen für ein Objekt möglichst Platten gleicher Stärke und gleichen Feuchtigkeitsgrades verwendet werden.
2. Die Platten für die Seitenteile müssen stets auf die Bodenplatte aufgesetzt werden, damit bei der Trockenschwindung die Seitenteile mit nach innen gezogen werden können.
3. Alle Verbindungsflächen müssen mit Schlicker sorgfältig bestrichen werden.
4. Durch Verstreichen einer Tonwulst innen zwischen Boden und Seitwand wird einer möglichen Rissbildung in diesem Bereich vorgebeugt.