Das ägyptische Totengericht

Der Tote wurde von dem Gott "Anubis" in die "Halle der Wahrheit" geführt. Dort musste der Verstorbene zunächst die Götter ehrfurchtsvoll begrüßen und anschließend eine Verteidigungsrede halten und seine Unschuld beteuern.

Der Gott "Osiris" war der oberste Richter. 42 Dämonen unterzogen den Toten einem strengen Verhör.

Der Gott "Thot" war Schriftführer und der Gott "Anubis" bediente die Waage. Auf die eine Seite wurde das Herz des Toten gelegt, auf die andere Seite eine Figur der Göttin der Wahrheit und des Rechtes.
Blieb die Waage im Gleichgewicht, durfte der Tote ins Totenreich einziehen.
Senkte sich die Waage zu Ungunsten des Verstorbenen, wurde er von einem krokodilköpfigen Ungeheuer verschlungen.

Drei Dinge konnte man dem Verstorbenen ins Grab mitgeben, um ihm die Totenprüfung und das Leben danach zu erleichtern:

  • das Totenbuch
  • den Herzskarabäus
  • viele Uschebtis

Im Totenbuch standen viele Texte, mit denen man die Götter von seiner Unschuld überzeugen konnte.

Der Skarabäus war ein Käfer und wurde in Ägypten als Verkörperung des Sonnengottes Re verehrt. Man konnte den Skarabäus anstelle seines Herzens auf die Waagschale legen. Der Skarabäus enthielt eine Aufstellung aller guten Taten des Verstorbenen, die schlechten Taten hingegen verschwieg er.

Die Uschebtis waren kleine Holz- oder Steinfiguren, die für den Toten Arbeit verrichten sollten.

Die Ägypter glaubten nämlich daran, dass man im Jenseits genauso wie im Diesseits weiterlebte. Nur dauerte das Leben im Jenseits ewig. Also war es gut, wenn man viele Uschebtis hatte, die für einen arbeiteten.

Wandmalerei: Das Totengericht